Therapiestudien

Die Behandlungen, die wir unseren Patientinnen und Patienten anbieten, entsprechen immer dem aktuellen Stand der Wissenschaft. Sie sind die beste zur Verfügung stehende, von Fachgesellschaften und Leitlinien empfohlene Behandlungsart („bester Standard“). Die Therapieoptionen gehen auf die Ergebnisse von Therapiestudien zurück.
 

Damit bewährte Therapien verbessert und Heilungschancen erhöht werden können, werden in Deutschland und auf der ganzen Welt große Bemühungen unternommen, neue Behandlungsmethoden zu finden. Die Onkologie unterliegt dabei einem raschen Wandel. In schneller Folge kommen neue Substanzen und/oder -Kombinationen gegen Krebserkrankungen aus den Labors. Es wäre aber nicht sinnvoll, im puren Glauben an eine Verbesserung jeder Neuerung zu vertrauen. Abgesehen davon, lässt das Arzneimittelrecht solche Schnellschüsse - Gott sei Dank - nicht zu. Viel zu groß wäre die Gefahr für Patientinnen und Patienten, wenn Verfahren unkritisch in die breite Anwendung kämen.
Der richtige Weg, Neuerungen zu prüfen - das heißt, ob diese neuen Ansätze dem besten Standard überlegen sind - besteht in der Durchführung von Therapiestudien, sogenannten „klinischen Prüfungen“. Hier wird mit großem Aufwand und unter sehr strengen Sicherheitsauflagen und regelmäßigen Standortüberwachungen („Audit“) überprüft, ob ein Arzneimittel oder eine neue Kombination schon zugelassener Arzneien einen Vorteil gegenüber den bisherigen Behandlungen aufweist. Nicht jeder Arzt kann an solchen Therapiestudien teilnehmen, es gibt Anforderungen an Ausbildungsstand und Ressourcen. Die Projekte laufen meist zwischen 1 und 6 Jahren und werden ständig den aktuellen Entwicklungen angepasst. Die aufwendige Dokumentation erfolgt durch geschultes Fachpersonal unter ärztlicher Leitung.
 

Unser Fachbereich nimmt an einer Reihe von Therapiestudien teil und bietet den Patientinnen und Patienten, die die strengen Aufnahmekriterien erfüllen, die Möglichkeit der Studienteilnahme. Unsere Patienten können überlegen, inwieweit sie Interesse haben, sich noch umfassender informieren und in Ruhe entscheiden. Wenn vom Patienten gewünscht, kann ein Einverständnis jederzeit und ohne Angabe von Gründen widerrufen werden. Es entstehen dann selbstverständlich keinerlei Nachteile und die Behandlung kann mit dem "besten Standard" fortgesetzt werden. Der Vorteil einer Studie besteht unter Umständen darin, von günstigen neuen Medikamenten zu profitieren, bevor die Substanz /-Kombination zugelassen und regulär verordnungsfähig ist.