Nachsorge

Die verschiedenen Behandlungsarten einer Blut- oder Tumorerkrankung nehmen einige Wochen, machmal auch Monate in Anspruch. In Abhängigkeit vom jeweiligen Therapieplan vereinbaren wir Termine zur Kontrolle des Befindens. In unterschiedlichen Abständen laufen während der Behandlung Zwischenuntersuchungen, die den Erfolg erfassen und unter Umständen Korrekturen ermöglichen sollen.

Sind alle Therapie-Verfahren beendet, ist es Zeit den Bestand als "Restaging" aufzunehmen und die Wirksamkeit als auch die Nebenwirkungen der zurückliegenden Therapie zu beurteilen. Viele Patienten nutzen jetzt die Möglichkeit von Reha-Leistungen, sei es in Einrichtungen für ambulante Rehabilitation oder in einer Rehabilitations-Klinik. Entsprechende Anträge machen Sinn, sobald absehbar ist, wann die Behandlung und die erste Nachsorge-Untersuchung abgeschlossen sind. Die Art und die Lokalisation der jeweiligen Einrichtungen, die in Anspruch genommen werden können, hängt einerseits von der Erkrankung, andererseits vom Kostenträger (KK, Rentenversicherungsträger u.a.) ab. Die Wünsche der Patienten werden, unserer Erfahrung nach, dabei weitgehend berücksichtigt. Häufig kommen nicht nur näher gelegene, sondern auch deutlich entfernt liegende Angebote (z.B. Ostsee, Schwarzwald) in Frage.
 

Nach der Rehablilitation werden Nachsorge-Pläne besprochen: Je nach Krankheit und Ausbreitungsstadium, sowie verschiedenen Nebenwirkungen, legen wir individuell, aber klar an den Leitlinien orientierte Nachsorge-Pläne fest. Diese bestimmen, in welchen Abständen welche Nachsorge- und Toxizitäts-Untersuchungen stattfinden sollen. Zur Dokumentation der Resultate und zur leichteren Übersicht aller an der Behandlung und Diagnostik beteiligten Ärzte werden die Nachsorge-Ergebnisse, genauso wie die ursprüngliche Therapie, in einem sogenannten Nachsorge- oder Therapie-Pass festgehalten. Die Patienten bringen diesen Pass zu jeder ärztlichen Vorstellung mit, die behandelnden Ärzte machen die Einträge. Die übliche Nachsorge-Dauer liegt bei mindestens 5 Jahren ab Therapieende.

Die Nachsorge-Untersuchungen bedeuten einen großen Sicherheitsgewinn, dennoch fühlen sich Patienten aber oft durch das erneute Eintauchen in das Umfeld ihrer früheren Behandlung verunsichert. Wir ermutigen unsere Patientinnen und Patienten ausdrücklich, trotz der "mulmigen Gefühle" beim Betreten der onkologischen Praxis nach durchgestandener Behandlung, an den Nachsorge-Terminen regelmässig teilzunehmen. So lassen sich bei einer Reihe von Erkrankungen die Rückfälle zu einem Zeitpunkt erkennen, an denen wieder ein "kurativer", also die Krankheit vollkommen beseitigender Ansatz möglich ist. Die Nachsorge-Untersuchungen finden nicht nur beim Onkologen statt, sondern auch bei den Radiologen (Röntgen, CT, Kernspin, Szintigraphie u.ä.), Strahlentherapeuten, Gynäkologen, Urologen, HNO-Ärzten und anderen Fachärzten. Die Aufstellung des Nachsorge-Plans und die Koordinierung der verschiedenen Maßnahmen sind dagegen Aufgaben des Onkologen.