Gerinnungsstörungen

In unserem Fachbereich verfügt besonders Dr. med. Dietrich Ellbrück über umfangreiche Erfahrung in der Diagnostik und Behandlung von Blutgerinnungsstörungen. Wir behandeln viele Patienten mit angeborener oder erworbener Blutungsneigung (hämophile Diathese) oder Thromboseneigung (thrombophile Diathese). Über die Notwendigkeit einer exakten, zum Teil auch genetischen Diagnostik wird entschieden und entsprechende Untersuchungen in renommierten Speziallaboratorien veranlasst. Den möglichen ernsten Konsequenzen unbehandelter Gerinnungstörungen (schwere Blutung besonders während /nach Operationen oder Schlaganfall, Herzinfarkt, Thrombosen, Lungenembolie, häufige Fehlgeburten) begegnen wir individuell und nach neuesten Erkenntnissen.

Patienten, die an erblichen Bluterkrankheiten (Hämophilie A oder B, Willebrand-Syndrom) leiden, fehlt ein Gerinnungsfaktor oder er ist in seiner Aktivität deutlich vermindert. Je nach Schwere dieses Mangels und damit meist auch Schwere der Blutungsneigung muß der fehlende Faktor ersetzt (substituiert) werden. Patienten mit schwerer Hämophilie A oder B neigen schon in der Kindheit zu Gelenk- und Weichteil-Blutungen. Sie oder die Eltern lernen den Umgang und die Verabreichung von Gerinnungskonzentraten im Rahmen der sogenannten kontrollierten Heimselbstbehandlung. Ziel ist die frühzeitige Injektion und damit das Verhindern von Gelenkblutungen, die über die Jahre zu bleibenden Gelenkschäden führen können. Sie können sich regelmäßig (prophylaktisch) oder bei Bedarf selbst zuhause oder gegebenenfalls auch unterwegs substituieren. Dabei werden die Patienten über uns entweder mit gentechnisch hergestellten Präparaten oder mit Spender-Präparaten versorgt.
Neben den erblichen Blutgerinnungsstörungen gibt es eine Vielzahl erworbener Störungen mit gesteigerter Blutungsneigung, beispielsweise im Zusammenhang mit verschiedenen Erkrankungen oder bei Vitamin K- Mangel. Ursache kann eine Lebererkrankung, eine Mangelernährung oder gestörte Fettverdauung, aber auch die Behandlung mit bestimmten Gerinnungshemmern sein. Sehr selten ist die Hemmkörper-Hämophilie als erworbene Variante der Hämophilie A oder B. Die Behandlung richtet sich im Einzelfall nach der Ursache, dem Ausmaß und der ausgehenden Gefahr durch die Gerinnungsstörung. Je nach Dringlichkeit kommen hier meist Vitamin K-Gaben, spezielle Faktor-Präparate und Faktorsubstitution über Plasmapräparate von Spendern sowie verschiedene Formen gezielter oder ungezielter Immunmodulation zum Einsatz. 

Bei der Thombose-Neigung (thrombophile Diathese) spielen häufig Störungen der Blut-Zusammensetzung (Blutplättchen, gelöste Bluteiweiße) eine große Rolle. Daneben können Kollagenosen (besondere Formen Weichteilrheuma) und schwere oder chronische Entzündungen eine Thrombembolieneigung bedingen. Auch hier kennt man erworbene und erbliche Formen. Bei erblichen Formen (z.B. Faktor V Leiden-Mutation, Prothrombin-Mutationen, AT III-Mangel, Dysfibrinogenämie, Protein C- oder S-Mangel) wird nicht selten eine erhöhte Thromboseneigung in der Familie beschrieben, die zu Fehlgeburten, Beinvenenthrombosen und Lungenarterienembolien führen kann. Bei der Behandlung thrombophiler Diathesen geht es in erster Linie um die Abwägung der Art und Dauer einer Blutverdünnung und eventuell die erweiterte Familienuntersuchung.


Als besonderen Service des Fachbereiches Hämatologie-Onkologie bieten wir die Behandlung mit Gerinnungsfaktor-Konzentraten. Gerade Dr. med. Dietrich Ellbrück versorgt seit langen Jahren viele Hämophile. Meist läuft diese "Substitution" zuhause, gesteuert vom Betroffenen selbst. In Ausnahmefällen, wie operativen Eingriffen, Zahnarztbesuchen oder bei Verletzungen kann die Substitution angepasst und vom Arzt in der Praxis vorgenommen werden.