Ambulante Chemotherapie

Der Teil der Behandlung, den wir als Hämato-Onkologen selbst vornehmen, umfasst die Chemotherapie mit Infusionen, Spritzen und/oder Tabletten sowie die Immun- und „Molekular“-Therapie. Dabei können Immun- und Chemotherapie, selbst in Kombination mit Bestrahlung vor und nach Operationen, unter qualifizierter Betreuung in den meisten Fällen sicher ambulant verabreicht werden. Auch die Überwachung nach ambulanter zytostatischer Behandlung ist ohne Krankenhaus möglich. Unsere Patienten können in ihrer gewohnten Umgebung bleiben. Viele Patienten bevorzugen deshalb die ambulante Therapieform beim niedergelassenen Krebsspezialisten. Die Nacht im eigenen Bett zu verbringen, ist dabei ein genauso wichtiger Grund wie das beruhigende Wissen, dass alle Therapie-Entscheidungen und die Behandlung selbst in der Hand eines einzigen kompetenten Ansprechpartners liegen.
 

Entscheidend ist eine enge, vertrauensvolle Abstimmung und Zusammenarbeit von Patient, verantwortlichem Hämato-Onkologen und Hausarzt, sowie weiteren an der Behandlung beteiligten Ärzten. Für eine optimale Betreuung in den für Laien manchmal schwer überschaubaren Abläufen, stehen wir für unsere Patienten an jedem Arbeitstag persönlich in der Sprechstunde und bei Bedarf außerhalb der Sprechzeiten über eine 24h-Notfall-Telefonnummer zur Verfügung. Die besondere Situation in unserem Fachbereich mit drei praktizierenden Hämato-Onkologen erlaubt, anders als in den meisten Krankenhäusern, die ständige ambulante Versorgung unserer Patienten durch die auf Tumorbehandlungen spezialisierten Fachärzte.

Wir bieten fachgerechte ambulante Behandlung sowohl mit Zytostatika als auch mit Antikörpern und weiteren modernen Substanzen (Immunmodulatoren,“Biologicals“ oder „Small Molecules“). Ein Teil der Behandlungen kann in Tablettenform, andere Medikamente als Infusion oder Injektionen gegeben werden. Manche Zubereitungen werden über sogenannte >Port-Systeme verabreicht.

Bei Therapie mit Tabletten erhalten Patienten einen detaillierten Einnahmeplan, unter Umständen auch mit Angaben zu Begleitmedikamenten. In Abständen, die vom jeweiligen Therapieplan (Protokoll) abhängen, werden Termine zur Kontrolle vereinbart. Laborkontrollen können bei uns und in vielen Fällen vom Hausarzt vorgenommen werden. Besonders eilige Labor-Bestimmungen (Großes Blutbild, Elektrolyte, Blutgase, Gerinnungsparameter u.a.) werten wir innerhalb weniger Minuten in unserer Praxis aus.

Infusionsbehandlungen erfolgen nach verschiedensten geprüften Protokollen in festgelegten zeitlichen Abständen. Viele Protokolle sehen zum Beispiel Infusionen in wöchentlichem Abstand vor, nach zwei (manchmal auch drei) Infusionen wird eine Woche pausiert. Diese Abfolge von mehreren Behandlungswochen und einer Pausen-Woche wird „Zyklus“ genannt. In Abhängigkeit von der Art oder Ausbreitung der Krankheit sind 3 bis 6, manchmal auch 8 Zyklen notwendig. Einzelne Erkrankungen (wie Haarzell-Leukämie) können aber schon durch einen einzigen Therapiezyklus erfolgreich behandelt werden.

Die Medikamentendosis wird in Abhängigkeit von Körpergröße, Gewicht, Nierenfunktion und manchmal vorhandenen Begleitkrankheiten (Herzkranzgefäßverkalkung, Zuckerkrankheit u.a.) individuell für jeden einzelnen Patienten bestimmt. Vor Beginn der eigentlichen Zytostatika- Gabe werden Medikamente, die Unwohlsein verhindern und Elektrolyt- oder Traubenzucker-Lösungen infundiert. Je nach verabreichtem Mittel geben wir auch Substanzen, um allergischen Reaktionen vorzubeugen (z.B. vor bestimmten Antikörpern oder „Taxanen“). Alle Patienten unter Chemotherapie oder Antikörperbehandlung erhalten einen genauen Plan mit Angaben über nötige Kontrollen, regelmäßige und bedarfsweise Begleitmedikamente.